1-3/10 Über das Schauspiel 2019-08-11T20:46:21+00:00

10/10 Phädra von Seneca-im Pariser Theater der Comédie-Francaise-mit Jennifer Decker

1/10 Über das Schauspiel

Phädra von Seneca ist ein Trauerspiel. Im Prolog, Hippolytos, der Königssohn, hat im verlassenen Palast seines Vaters Theseus, König von Athen, seine wilden Träume; ist dort eingesperrt und erzürnt sich. Seine Stiefmutter Phädra hat das gleiche Schicksal, auch sie ist eingesperrt im Palast. Deshalb teilt sie seine Idee der Flucht. Die Frauengestalt der Phädra ist hier radikaler; travestiert als Amazone. Von Leidenschaft getrieben, bietet sie Hippolytos den Thron an. Hippolytos verspürt für Phädra eine innere Leidenschaft in sich wachsen. Wehrt sich dagegen und flüchtet. Der König Theseus kommt nach 4 Jahren Abwesenheit zurück, und findet den Ort vom Chaos getrieben vor. Er will Rache, ruft seinen Vater Neptun um Hilfe.

2/10 Zum Autor Seneca

Seneca lebte (*4 v.Chr.-68† n.Chr.) und wurde in Corduba(Spanien, Römisches Reich) geboren. Er war Dramaturg und römischer Staatsmann. 31 Jahre alt, wird er Berater am Kaiserhof bei Caligula(*12-41† n.Chr.). 50 Jahre alt, wurde er Steuereintreiber; dann Lehrer bei Kaiser Nero(*38-68† n.Chr.) und schrieb dessen Reden. Einflussreich, ist er beteiligt an Intrigen seiner Zeit; er streitete sich mit Nero; 65 Jahre alt, begeht er Selbstmord. Zu den Veröffentlichungen des Philosophen gehören, u.a. Über die Wut; Über die Kürze des Lebens; 124 moralische Briefe an Lucilius. Seine tragischen Texte sind bis heute überliefert, u.a. Phädra, Thyestes, sind Lateinisches Theater und haben besonders das klassische französische Theater beeinflusst.

3/10 Zur Regisseurin Louise Vignaud

Im Louis-le Grand Gymnasium, in Paris, das vor ihr auch die wichtigen französischen Theatermacher Patrice Chéreau und Jean-Pierre Vincent besuchten, begann Louise Vignaud mit dem Theater. Wie ihre Vorgänger, nahm sie teil im Club Théâtre; und kreierte einmal im Jahr ein Theaterstück, so auch Lorenzaccio von Alfred de Musset. An der Ecole normale supérieure de la rue d’Ulm, schreibt sie das Mémoire Roger Planchon et la lecture des classiques. Un parcours et ses étapes. Parallel dazu, arbeitet sie im Institut national de l’audiovisuel(INA) über die Kollektion Mémoires du théâtre und lernt Schauspiel an der École de Thibault de Montalembert; ab 2011 besucht sie das Ensatt (École National Supérieure des Arts et Techniques du Théâtre). 2014, erhält Sie das Diplom der École normale supérieure de la rue d’Ulm ; und wird Assistentin in der Regie bei Christian Schiaretti, Michel Raskine, Claudia Stavisky, Richard Brunel und Michael Delaunoy. Im gleichen Jahr, gründet sie die Compagnie la Résolue, und inszeniert Calderón von Pier Paolo Pasolini, La nuit juste avant les forêts von Bernard-Marie Koltes; Ton tendre silence me violente plus que tout von Joséphine Chaffin, Tigre fantôme von Romain Nicolas, Tailleur pour dames von Georges Feydeau, Vadim à la dérive von Adrien Cornaggia, und im Januar 2018, Le Misanthrope von Molière im Théâtre National Populaire(TNP) in Villeurbanne. Seit 2017, ist sie beteiligt im Cercle de formation et de transmission (TNP) und leitet das Théâtre des Clochards célestes in Lyon; dort präsentierte sie im Mai 2018, Le Quai de Quistreham(eine Adaptation des Romans von Florence Aubenas).